Ein Rückblick der KAB St. Peter und Paul, Georgsmarienhütte - Oesede    

Unsere Geschichte von 1910 - 2010  

Im  Jahre 1910 gründeten 60 Arbeiter aus Oesede und Umgebung in der  Kirchengemeinde St. Peter und Paul die KAB.KAB.  Zum Gründungsimpuls trugen bei der Arbeitersekretär August Josef Hagemann aus  Osnabrück und Pastor Rehme. Zum ersten Präses wurde von Bischof Hubert Voß  Kaplan Alfons Preuin ernannt. Zweck sei, „die sozialen und vor allem die  religiösen Schäden, welche die wirtschaftliche Entwicklung für den  Arbeiterstand mit sich gebracht habe, zu beseitigen oder doch zu mindern“.  Schon ab 1911 fanden regelmäßige Sprechstunden des Arbeitersekretär statt, um  den Vereinsmitgliedern der KABHilfe in  Rechts- und Arbeitnehmerfragen zugeben. Eine Sterbehilfe- und  Vereinssparkasse gaben den Mitgliedern Sicherheit in wirtschaftlichen Fragen.  Eine Konsumgenossenschaft bot besonders den wirtschaftlich schwachen Familien  eine günstige Einkaufsmöglichkeit.

  Großen Wert legte die KAB KABstets auf  staatspolitische und gesellschaftliche Schulung. Während der NS-Zeit wurde  die KAB, wie viele andere Organisationen,  verboten. Nach dem II. Weltkrieg wurde 1947 die Vereinsarbeit wieder  aufgenommen. Die Mitgliederzahl stieg von Jahr zu Jahr und zählte beim 40  jährigen Bestehen, das in der Werkshalle der Firma Wiemann gefeiert wurde,145  Personen. Das 50-jährige Jubiläum erhielt seine besondere Ehrung dadurch,  dass gleichzeitig in Oesede der Diözesantag der KABKABim Bistum Osnabrück stattfand.

  Anfang der achtziger Jahre gehörte die KABKAB neben der Gewerkschaft und den Kirchen zu den Hauptinitiatoren der großen  Protestveranstaltungen und Demonstrationen zur Sicherung der Arbeitsplätze  bei den Klöckner-Werken. Eine Umsetzung der Fusionspläne zwischen den  Stahlriesen Klöckner, Krupp und CRA hätte die Schließung des Stahlstandortes  Georgsmarienhütte bedeutet. Zehn Monate der Ungewissheit, der  Nervenanspannung, der Hoffnung, der Enttäuschungen, aber auch der Solidarität  aller Gremien, der Kirchen und der Bevölkerung der Region, folgte die erlösende  Nachricht: „Die Fusionspläne sind gescheitert und das Land Niedersachsen  beteiligt sich maßgeblich an der Finanzierung der geplanten, 100 Millionen DM  teuren Stranggussanlage, mit der ein hochmodernes, international  wettbewerbsfähiges Stahlwerk geschaffen wurde, das die Arbeitsplätze  sicherte.“

  In früheren Jahren wäre ein so gutes Miteinander und ein gemeinsames  Auftreten von Arbeitern und Priestern in Demonstrationen, Bittgottesdiensten  und Gesprächen wie jetzt angesichts der schwierigen Lage um den Erhalt von  Arbeitsplätzen, nicht möglich gewesen. Hier wurden ein neues Zusammenstehen  von Kirche und Arbeiterschaft deutlich. Ein gutes Miteinander der KAB und der Kirchengemeinde hat es in Oesede schon  immer gegeben, aber merklich verstärkte es sich in den siebziger Jahren.  Ehrenamtlicher Einsatz der KAB senkte durch  tatkräftiges „Mitanfassen“ die Kosten kirchlicher Baumaßnahmen erheblich. Bei  der Sanierung der St. Peter und Paul Kirche, des Jugendheimes, des Oeseder  Bahnhofes waren stets Frauen und Männer mit einsatzbereit, wenn  Hilfsleistungen erforderlich waren oder sind.

  Die Arbeit der KABKAB geschieht in den letzten  Jahren in „Offenen Treffs“ zu aktuellen Fragen in Gesellschaft, Arbeit und  Kirche.
  

 

Am 11. September 2010 war es soweit:  

             Unsere Gruppe feiert 100jähriges Bestehen

 

Mit einem Festgottesdienst, gehalten vom Generalvikar Theo Paul unter der Assistenz von Präses Pastor Walterbach und Subsidiar Pastor Schulte, musikalisch begleitet durch den "Kleinen Chor" unter der Leitung von Ernst Bäumer, begannen die Feierlichkeiten zum außergewöhnlichen  100-jährigem“ Jubiläum der KAB St. Peter und Paul, Oesede.

Nicht nur die Pfarrgemeinde nahm regen Anteil an diesem Festgottesdienst, sondern auch viele benachbarte und befreundete KAB-Gruppen hatten Vereins- vertretungen und Fahnenabordnungen gesandt. Es bot sich ein farbenprächtiges Bild in einer sonnendurchfluteten Pfarrkirche in Oesede.

Auch Bundesvorsitzender Georg Hupfauer und weitere überörtliche Reprä- sentanten der KAB hatten es sich nicht nehmen lassen, an diesem Festgottes- dienst teilzunehmen. In der Festpredigt ging Generalvikar, Theo Paul, auf die Bedeutung der „Katholischen Arbeitnehmerbewegung“ und ihren nach wie vor nötigen Einsatz für die Arbeitswelt besonders auch in der heutigen globalisierten Welt ein und erinnerte an die vielen aktiven Einsätze der Gruppe  z. B. für den Erhalt von Arbeitsplätzen bei den damaligen Klöckner-Werken.

Im anschließenden Festakt im städtischen Rathaus konnte die Vorsitzende, Frau Ralle, viele wichtige Persönlichkeiten und Vertreter befreundeter Organisa- tionen begrüßen – allen voran Bürgermeister, Heinz Lunte, auch Mitglied der KAB. Weiter ging sie kurz ein auf die Zielsetzung und Aufgabenstellung der Gruppe ein und verwies u. a. auf die „Offenen Treffs“ der Gruppe mit Vorträgen, Diskussions- und Info-Abende zu Themen wie Arbeit, Gesellschaft und Kirche, zu der immer alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Einer der Höhepunkte war sicherlich die Ansprache von Bundesvorsitzenden Georg Hupfauer mit seinen rückschauenden und perspektivischen Ansätzen einer den Arbeitnehmern zugewandte Arbeit der KAB und seinen entsprechen- den Forderungen an die Politik.

Auch Präses Walterbach ging auf die immer präsente KAB innerhalb der Kirchengemeinde ein, neben den programmatischen Zielen Gemeinschaft zu leben, zu handeln, zu feiern, zu beten und aktiv zu sein in verschiedenen Formen innerhalb der Gemeinde.

Doch nicht nur die programmatischen Ansätze hatten Platz in der Festveranstaltung, sondern auch das gesellige Miteinander und die Gespräche untereinander. Auflockerungen musikalischer Art und witzige Interpretationen sorgten für eine entspannte Atmosphäre und viel Beifall für die Gruppe „Seven `n Heaven“. Für das leibliche Wohl sorgte in bekannter Weise die Schülerfirma „Coole Schule“ der Carl-Stahmer-Hauptschule.

Ein richtungsweisender Abend (siehe auch Fotogalerie)

                                     

        

 

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